Ruderverein Dorsten

Willkommen
Aktuell 16.03.20
Termine 16.03.20
Km-Liste 07.06.20
Presse 14.02.20


Über's Rudern... →
Junioren →
Rudersport →
Fußball → 07.03.20
Frauenturnen
Der Verein →
Internes → 07.02.19


Berichte:
Regatten
Wanderrudern
Sportliches
Sonstiges


Links
Email
Impressum
Druckansicht

Berlin-Rundfahrt und 40. WRT in Spandau (bei Berlin)

09. bis 18. September 2005 - Fahrtenbericht von Hartmut Thordsen
09.09. Freitag : Anreise nach Berlin - 10.09. Samstag : nach Wendenschloss - 11.09. Sonntag : in Köpenick - 12.09. Montag : Oder-Spree-Kanal - 13.09. Dienstag : Müggelspree - 14.09. Mittwoch : Kurztour und Ausflug - 15.09. Donnerstag : Teltowkanal - 16.09. Freitag : nach Werder - 17.09. Samstag : WRT Tagesfahrt nach Spandau - 18.09. Sonntag : WRT Empfang - Gesamtansicht

09.09. Freitag : Anreise nach Berlin

Kurzbeschreibung der Fahrt

siebentägige Ruderfahrt auf Oberhavel, Landwehrkanal, Spree, Dahme, Oder-Spree-Kanal, Müggelspree, Seddinsee, Teltowkanal, Kl. + Gr. Wannsee, Unterhavel, Schwielowsee vom RC Tegelort e.V. Berlin nach Werder (179 km) mit anschließender Tagesfahrt zum Wanderruderertreffen 2005 in Berlin-Spandau (35 km)


23 Teilnehmer

Inge und Klaus-Peter "Antek" André (Lübeck), Jochen Fischer und Ludwig "Lou" Rahmel (Kölner RV), Gisela und Herbert Gruhn (Porz), Ingeborg und Peter Möller (Rastatt), Antje und Max Sinz (Passau), Edith und Joachim Zunder (Bonn / Bad Godesberg) sowie die Tegelorter Brigitte und Horst Bartels, Gabi Brahm, Sabine Cordes, Steffi Gietz, Gisela und Dieter Hoppe, Karin Schmolling, Gisela Stope, Christel und Hartmut Thordsen (auch RV Dorsten).


Alle Jahre wieder... Wie schon vor zwei Jahren machte unser VL Sabine Cordes aus der Notwendigkeit zum Bootstransport einiger Vierer vom Ruderclub Tegelort zum Wanderruderertreffen 2005 eine Tugend und organisierte rasch mal eine umfassende Vorfahrt mit allem Drum und Dran. Und so nutzte auch ich wieder die Gelegenheit zur Familienzusammenrott... äh -führung. Und weil aller guten wiederholten Dinge nun drei sind, darf ich erneut den Fahrtenbericht schreiben. Eigentlich unverständlich, müsste doch angesichts der herrlichen Gewässer in und um Berlin manchen Tegelorter auch die poetische Muse gelegentlich küssen!?

Erst im vergangenen Jahr hatte ich für uns Dorstener zusammen mit einigen Tegelortern eine dreitägige Wanderfahrt mit Quartier in Friedrichshagen durchgeführt, da sollte mir mancher Streckenabschnitt vertraut sein. Da Sabine jedoch eine Vorfahrt mit 7 Rudertagen und über 200 km mit Ziel in Werder plante, war für mich wie für die meisten Teilnehmer manches Neuwasser zu entdecken.

Während sich schon am Freitag viele Teilnehmer im Verein zu einem gemütlichen Abendessen trafen, blockierte ich mit einem beachtlich ausufernden Trolley den Gang im ICE-Großraumwagen. 10 Tage unterwegs, davon 8 im Boot und ungewisse Wetterlage lassen kleinere Gepäckstücke nun einmal nicht zu. Entsprechend spöttische Bemerkungen hatte ich schon am Tage im Büro kassiert, startete ich doch in der Nähe vom Hbf Bochum nach der Arbeit direkt nach Berlin durch.



10.09. Samstag : nach Wendenschloss

Samstag früh beim RCT waren dann alle Bedenken wieder zerstreut. Bald stauten sich mehr solche "Bouletten" in dem arg klein anmutenden Kofferraum der von Sabine bestellten VW-Busse. Nach allerlei Begrüßungen vom einfachen Händedruck bis zum zelebrierten Freudenritual wurde erst einmal gefrühstückt.

Was das beim RC Tegelort bedeutet, ist kaum zu beschreiben, wenn man es nicht aus eigener Erfahrung kennt. Emsig wie die Bienen wuseln viele fleißige Frauen durch die Küche - die Männer dürfen schon mal was wegtragen, werden sonst jedoch als leidlich störend empfunden, steckt hinter dem scheinbaren Durcheinander doch eine straffe, stillschweigend wie geschmiert ablaufende Organisation, die sich dem (nicht nur) am Morgen noch etwas primitiver funktionierenden Mann nicht erschließen kann und in kürzester Zeit ein Frühstücksbuffet allererster Güte hervorzaubert. Der letzte lange Satz lässt die Komplexität des Geschehens nur ansatzweise erahnen. Sabine nutzte die Gelegenheit zu ein paar Begrüßungsworten für die am Morgen neu Hinzugestoßenen. Nach dem Treff am Vorabend musste es sich hier inhaltlich um eine Wiederholung handeln.


10.09.2005 08:05

10.09.2005 08:12

10.09.2005 09:04

Hervorragend gestärkt und zu allen ruderischen Taten bereit machten wir unsere Boote - die vier Vierer "Onkel Hubert", "Oberhavel", "Scharfenberg" und "Konradshöhe" - startklar zur ersten Etappe. Vor uns lagen 39 km durch Hohenzollernkanal, Plötzensee-Schleuse, Tiergarten-Schleuse, Landwehrkanal, Oberschleuse, Spree und Dahme nach Köpenick zum Post SV Wendenschloss, unserem ersten Übernachtungsquartier.

Die Etappe verlief alles in allem recht reibungslos, in allen Schleusen wurden wir recht zügig abgefertigt. Am Urbanhafen war Landgang mit üppigem Buffet. Eine etwas unerwartete Einlage lieferte ein Passant in Steppjacke (?) - es war doch eigentlich sehr warm an diesem Tag - der sich mehrmals ungebeten an unser Futter wagte. Naja, wenn er denn Hunger hatte, sollte es uns auch recht sein.


10.09.2005 09:04

10.09.2005 09:21

10.09.2005 10:41

10.09.2005 10:41

10.09.2005 12:13

10.09.2005 12:15

10.09.2005 12:37

10.09.2005 13:04

Hinter der Oberschleuse kurvten drei Motorboote, vollbesetzt mit Rialos im arg verschnittenem Miami-Vice-Stil (halboffenes Hemd mit Goldkettchen an der Kehle und wohl etwas weiß gepuderten Nasenspitzen) auf der Meile bis zur nächsten Brücke und übten sich im Ruderboote-Versenken. Angesichts der Wellenberge nicht wenig besorgt und leicht manövrierunfähig retteten wir uns von Meter zu Meter in die ruhigeren Gewässer vor Friedrichshain und Treptow.


10.09.2005 14:45

10.09.2005 14:48

10.09.2005 14:49

Bis Wendenschloss zogen sich Spree und Dahme recht lang dahin. Dort angekommen trafen wir Edith und Jochen Zunder, die direkt nach Wendenschloss angereist waren und den Nachmittag für eine Ausfahrt im Zweier genutzt hatten. Am Abend kehrten wir in ein nahegelegenes Lokal mit langer Tischreihe im Vorgarten ein und gaben Sabine die Gelegenheit für ein paar (nun auch mir schon bekannte) Begrüßungsworte. Verteilt über gut zwei Stunden hatte dann auch jeder irgendwann sein Essen erhalten, wobei die Kohlrouladenfraktion am längsten ausharren musste.


10.09.2005 17:09

10.09.2005 19:07

Besitzer von Ohrstöpseln waren in dieser Nacht ohne Zweifel im Vorteil, traten jetzt doch besondere Leistungen im anhaltenden Beschallen von Schlafräumen hervor. Dank Gabi, deren Wecker um Mitternacht lospiepte, waren aber auch die Schnarcher schlagartig ruhig geworden, so dass auch ich endlich einschlafen konnte.



11.09. Sonntag : in Köpenick

Kommen wir zum Wetter an diesem Morgen. Es schüttete. Es kübelte. Es goß aus allen Rohren. Und der Wetterbericht hatte verlauten lassen, das würde so den ganzen Tag bleiben und nur ab und zu von einem Gewitter begleitet sein. Da wollte auch das leckere Frühstück nur bedingt schmecken, musste man doch aus dem hübschen Klubsaal vom Post SV gelegentlich den Blick nach draußen lenken, wo unter anderen Umständen eine herrliche Aussicht möglich ist.


11.09.2005 07:59

11.09.2005 07:59

11.09.2005 09:44

Sabine tat das einzig Richtige und entschied auf Landgang in Köpenick, so dass der zweite Rudertag - die geplante Fahrt über den Kalksee nach Rüdersdorf - buchstäblich ins Wasser fiel.

Köpenick an einem Sonntag mit regnerischem Wetter ist auch nicht besonders prickelnd. Eine kurzfristig improvisierte Führung am historischen Rathaus ließ uns ein wenig vom illustren Reiz der alten Hauptmann-Geschichte spüren, einer Räuberpistole, die dank der Bearbeitung von Carl Zuckmayer zu Weltruhm gelangte. Neben dem Rathaus warfen wir einen Blick auf das Schloss und ruhten uns anschließend von den Strapazen im Garten des Schlosscafés aus.


11.09.2005 10:30

11.09.2005 10:32

11.09.2005 10:32

11.09.2005 11:01

11.09.2005 11:03

11.09.2005 11:10

11.09.2005 11:40

11.09.2005 11:41

Der Regen hatte längst aufgehört, vereinzelt ließ sich sogar die Sonne blicken und es blieb den Rest des Tages trocken. Soviel zum Wetterbericht. So kehrten wir etwas frustriert angesichts des leicht verkorksten Tages ins Quartier zurück und packten unsere Sachen. Schließlich waren die nächsten drei Nächte in der Jugendherberge Braunsdorf bei Fürstenwalde gebucht, wenn auch die Boote noch in Köpenick lagen.

Dort angekommen gab es zunächst den üblichen kleinen Bettenverteilungskampf, bevor wir uns bei einem leckeren Frikassee stärkten. Als letzte Stamm-Teilnehmer der Fahrt trafen wir hier Gisela und Herbert Gruhn. Nur gut, dass Sabine im Verfassen von Begrüßungsworten schon Übung hatte.


11.09.2005 17:42

11.09.2005 19:44

11.09.2005 21:48

Sah man abends abseits des Hauses einen von uns auf der Wiese oder sonstwo herumstehen, so war er vermutlich gerade am telefonieren. Innerhalb des Gebäudes wollte das nämlich mit keinem Handy so recht gelingen. Im überdachten Außengelände verbrachten wir den Abend, der spät nochmal Regen und tatsächlich ein leichtes Donnergrollen brachte, frei nach dem Motto "wir haben es Euch doch gesagt".

Diese und zwei weitere Nächte bildete ich mit den Zunders, Sabine und Gabi samt Ente eine Schlafgemeinschaft in einem sternengeschmückten Raum! Die Sternchen der Tapete leuchteten noch Stunden im Dunkeln nach und halfen bei der Schlummersuche.


12.09.2005 08:20


12.09. Montag : Oder-Spree-Kanal

Im Frühstücksraum verteilten wir uns an die Tische und planten den Tag. Max erzählte am Nachbartisch irgendwas von einem dicken Hund, der ihm den Schlaf raubte. Ich hatte noch Lou's Schnarchen in Wendenschloss in Erinnerung, aber so durfte Max doch nun wirklich nicht über ihn reden. Jeder von uns versorgte sich noch mit einem Lunchpaket, und dann ging es auch schon los.

Die über Land vergleichsweise lange Fahrt brachte uns an einem trüben aber trockenen Morgen nach Wendenschloss. Der Wetterbericht hatte für den Vormittag noch mit Nieselregen gedroht und ab mittag trockenes aufklarendes Wetter prophezeit. Schön für uns, blieb es doch auch am Vormittag noch bis zur Einfahrt in den Oder-Spree-Kanal trocken.


12.09.2005 10:03

12.09.2005 10:03

12.09.2005 11:38

12.09.2005 11:55

Dann allerdings, nach Durchfahrt der Schleuse Wernsdorf setzte etwas Nieselregen ein. Um die Mittagsstunde hatte sich dieser schon verstärkt und blieb mal mehr mal weniger beständig unser Begleiter durch den zwar grünen, aber ebenso eintönig langweilenden Kanal.


12.09.2005 11:56

12.09.2005 13:05

12.09.2005 13:06

12.09.2005 13:06

12.09.2005 14:21

12.09.2005 14:21

Der geplante Wechsel mit dem Landdienst entfiel mangels geeigneter Anlegestelle, und wir wurden in den Booten das Gefühl nicht los, dass der Vormittagslanddienst das große Los gezogen hatte. Gottseidank ließen wir unsere Stimmung aber nicht wirklich vom Wetter beeinflussen. Kurz vor unserem Ziel an der "Großen Tränke" - einer Umtragestelle auf die Müggelspree - hörte der leichte Regen dann endlich auf. Nun schüttete es so richtig, so dass wir alle auf den letzten Metern klatschnass wurden. Die letzten Weinreserven an Bord wurden vorzugsweise aus der Flasche getrunken, es bestand akute Verdünnungsgefahr! Noch ehe alle auf Land waren, einte uns ein Gedanke: "Das Hören und Verbreiten des Radio-Wetterberichts wird mit Kielholen bestraft!"


12.09.2005 15:25

Diesmal blieben die meisten von uns nach üppigem Essen im Saal der Jugendherberge, draußen war es spürbar kälter als am Vorabend. Ein Kartenspielchen war schon noch drin, aber irgendwann lockte doch der Bettzipfel.



13.09. Dienstag : Müggelspree

Um Mitternacht hatte Gabi's Wecker mal wieder seinen Einsatz. "Frauen und Technik" ist hier aber nicht mein Thema. Meine Mitschläfer waren allesamt Frischluftfanatiker, und so waren unsere Fenster nicht nur erstickungshemmend "auf Kipp" sondern weit geöffnet. Es wird so gegen 3 Uhr morgens gewesen sein, dass ich die Zugluft nicht mehr so recht ertrug, aber wach wurde ich davon wohl nicht. Vielmehr ging ein durchdringendes Bellen vom Nachbargrundstück durch die Nacht. Ja, das mehr an ein Kalb erinnernde struppige Vieh hatte ich wohl schon am Tage bemerkt. Okay, Max und Lou waren damit rehabilitiert! Die Sternchen fixierend kämpfte ich um die letzte Stunde Schlaf.


13.09.2005 09:24

13.09.2005 09:26

13.09.2005 09:42

Frühstück, Lunchpaket und kurze Fahrt zur Großen Tränke - die Vorfreude auf die bevorstehende Fahrt auf der kurvigen und idyllischen Müggelspree war groß! Leider erhielt sie einen argen Dämpfer, mussten wir doch feststellen, dass uns in dieser Nacht an dem öffentlich zugänglichen Liegeplatz der Boote ein Paar der Kohlefaserskulls der "Konradshöhe" gestohlen worden waren! Alles Suchen half nichts, die waren weg. Möge den Dieb der Blitz treffen, wenn er mit seinem Äppelkahn und unseren Skulls unterwegs ist. Tja, ein Platz in der "Konradshöhe" blieb heute frei, einer mehr auf Land.


13.09.2005 09:54

13.09.2005 10:38

13.09.2005 11:14

13.09.2005 11:18

13.09.2005 11:19

13.09.2005 11:35

13.09.2005 11:36

13.09.2005 11:55

13.09.2005 11:56

13.09.2005 12:19

13.09.2005 13:09

Auch wenn wir so nicht unbeschwert an unsere Etappe gingen, war die Fahrt auf der leicht strömenden Spree entlang naturbelassener Ufer ein Genuss. Ich befand mich im "Familienvierer" mit Sabine und Mutti und - kurzerhand adoptiert - Jochen und Gisela G. Eine kleine Bucht diente uns als Anleger zum Treff mit dem Landdienst, bevor wir unsere Fahrt zum Ruderverein Wasserfreunde Erkner fortsetzten.


13.09.2005 13:35

13.09.2005 14:39

13.09.2005 14:02

13.09.2005 14:09

13.09.2005 14:10

Dort erwartete uns der Nachmittagslanddienst mit Kaffee, Kirsch- und Mohnkuchen. Wer noch tags zuvor in Braunsdorf von den Mücken verschont geblieben war, wurde jetzt und hier endgültig zerstochen. Was man für so eine Fahrt nicht alles auf sich nimmt! Um unsere Fahrt ungehindert fortsetzen zu können liehen uns die Kameraden von Erkner ein paar Skulls, hierfür nochmal unseren besonderen Dank!


13.09.2005 15:57

13.09.2005 15:57

13.09.2005 15:58

13.09.2005 16:57

In der Jugendherberge erwartete uns eine gute Kartoffelsuppe und die letzte Übernachtung dort stand bevor.



14.09. Mittwoch : Kurztour und Ausflug

Das Vieh schlug diesmal gegen halbfünf zu und trug einmal mehr zur Frühstücksunterhaltung und der Diskussion über mögliche Rechtsstreitigkeiten unter Nachbarn bei. Das muss irgendwie nachgewirkt haben.


14.09.2005 08:17

In Erkner angekommen vermissten wir zunächst ein ganzes Boot. Wie sich herausstellte, hatte ein benachbarter Kleingärtner sich daran gestört, es kurzerhand weggetragen und uns am Morgen unfreundlich aufgeregt begrüßt. Soviel Adrenalin schon zu dieser Stunde, das muss doch ungesund sein!


14.09.2005 09:45

14.09.2005 10:02

14.09.2005 10:12

Leicht amüsiert traten die Ruderer die kurze Etappe über den Gosener Graben und Seddinsee nach Wendenschloss an; die Fahrt über den Müggelsee wurde wegen Wind besser nicht erwogen. Hajo sprang als Gastruderer ein, während Steffi und Gabi heute fehlten. So blieben ausnahmsweise nur zwei - Joachim und ich - auf Land, um die drei Fahrzeuge nacheinander zum Post SV Wendenschloss nachzuziehen. Wir waren dann auch nur etwa 10 Minuten vor dem ersten Boot beim Verein.


14.09.2005 10:13

14.09.2005 12:38

14.09.2005 12:41

Diesmal teilten wir uns die Betten im Haus mit einer Ruderergruppe aus Frankreich, die ebenfalls eine Vorfahrt zum WRT machte. Es waren aber genug Betten für alle da, und so rückten wir alle ein wenig zusammen.

Die kurze Tagesetappe hatte natürlich einen Grund, denn schon am frühen Nachmittag fuhren wir in die Innenstadt zum Potsdamer Platz und nutzten im Kollhoff-Gebäude den angeblich schnellsten Aufzug Europas, um 20 Sekunden später und 90 Meter höher den Ausblick über die Stadt zu bewundern. Einer der dort abgestellten Bären, die überall in der Stadt zu finden sind, wurde rittlings von Brigitte gezähmt.


14.09.2005 15:37

14.09.2005 15:54

14.09.2005 16:07

14.09.2005 16:02

14.09.2005 16:28

14.09.2005 16:26

14.09.2005 16:31

14.09.2005 16:35

Nachdem wir uns in kleinen Gruppen in verschiedenen Lokalen gestärkt hatten, trafen wir uns am Abend im Varieté-Theater Wintergarten wieder, um dort eine mitreißende Show aus Akrobatik, Magie und Clownerei zu erleben. Die kleine Rückenschule eines äußerst gelenkigen Paares wollte dann aber niemand in der Praxis daheim nochmal nachvollziehen. Selbst "Ente" Gabi ist eben nicht "chinesisch" - die sind bekanntlich "ohne Knochen"!


14.09.2005 19:42

14.09.2005 19:47


15.09. Donnerstag : Teltowkanal

Auf sowas wie Wetter konnten wir heute keine Rücksicht nehmen, die Boote mussten rüber zur Havel, und da führt nur ein Weg hin, der kurz genug für einen Tag ist: der Teltowkanal. Ein erster kurzer Stopp am Steg der RG Wiking wurde von Dieter genutzt, die Dollenringe der geliehenen Skulls um wenigstens 5 cm zu verschieben; seine Gisela hatte zuvor mit den viel zu langen Innenhebeln kämpfen müssen. Danach übernahm ich die Skulls und gab sie bis zum Ende der Wanderfahrt am nächsten Tag nicht mehr aus der Hand. Wer hatte sich nur gestern damit wortlos gequält?


15.09.2005 08:47

15.09.2005 09:32

15.09.2005 10:24

15.09.2005 10:24

Der Teltowkanal war Neuwasser für mich und bei weitem nicht so eintönig oder gar hässlich wie vermutet. Stadt- und Industriebauten wechselten mit viel Grün ab, die Spundwand war häufig niedrig genug, um an vielen Stellen den Ausstieg aus den Booten zu ermöglichen. So legten wir denn auch mit unserem Boot vor einer Brücke an, während 200 Meter weiter hinter einer Kurve schon der Landdienst auf uns wartete. Tja, sind wir halt eben nochmal aus dem Boot gestiegen, wenn dort auch der schmale Streifen ohne Unkrautbewuchs nicht gerade viel Platz für uns ließ.


15.09.2005 12:39

15.09.2005 12:43

15.09.2005 12:47

15.09.2005 14:03

Bis zur Schleuse Kleinmachnow verlief die Fahrt ruhig. Dort mussten wir dann ein wenig warten, bevor wir mit allen Booten nebeneinander hinter einem Schubschiff Einfahrt erhielten. Puh, der stank vielleicht schlimm! Naja, bei den derzeitigen Spritpreisen muss man dankbar sein, wenn man sich mal umsonst mit einer Prise Schiffsdiesel antörnen darf.


15.09.2005 14:14

Vor dem Griebnitzsee bogen wir ab in den Stölpchensee und erreichten über den Pohlesee den Kleinen Wannsee, wo wir unsere Boote beim Ruderklub Astoria ablegten. Die eigentlich geplante Weiterfahrt bis Gatow war bei dem Wind und möglicher Regenaussicht für den kommenden Tag nicht wirklich machbar.


15.09.2005 15:43

Die Havelchaussee entlang fuhren wir zu unserem Quartier für diese letzte Übernachtung unserer Wanderfahrt vor dem Wanderruderertreffen im Wassersportheim Gatow. Im italienischen Restaurant nebenan gaben wir der Fahrt den richtigen Ausklang und bedankten uns bei Sabine für all ihre Mühen bei Vorbereitung und Durchführung der Fahrt. Jawoll, das hast Du wieder prima gemacht, Sabine - Hipp, Hipp, Hurra!!!


15.09.2005 18:06

15.09.2005 20:22

15.09.2005 20:24

15.09.2005 20:25


16.09. Freitag : nach Werder

Eine allerletzte Pflichtübung stand uns noch bevor. Schließlich mussten die Boote an diesem Tag nach Werder, Startort der WRT-Tagesfahrt am Samstag. Der Wetterlage ist es geschuldet, dass ich meine Kamera an diesem Tag lieber gleich im Koffer verstaute. Dauerregen und ein beständiger Nordwind - bis hinter Potsdam also Schiebewind - waren angesagt. Ein längerer Landgang und Einkehr beim Seekrug neben der Potsdamer Rudergesellschaft halfen uns, die Weiterfahrt über den Templiner See in Angriff zu nehmen. Über den kleinen Petziensee erreicht wir den nur schwer erkennbaren Wentorfgraben, an dessen Ende wir am Nordrand des Schwielowsee kurz vor Werder wieder herauskamen. Ab hier Richtung Nordwesten unterwegs blies uns ein steifer Wind mit beachtlicher Wellenbildung entgegen.

Auf Land warteten schon viele fleißige Helfer der zehn an der Organisation des Wanderruderertreffen 2005 beteiligten Spandauer Rudervereine, um unsere Boote an die dafür vorgesehenen Stellen abzulegen und mit geeigneten Erkennungsnummern auszustatten. Mit unseren Fahrzeugen verteilten wir Ruderer und Gepäck auf die verschiedenen gebuchten Unterkünfte zum WRT, womit unsere Fahrt ihr endgültiges Ende fand.


16.09.2005 18:01

16.09.2005 18:25

16.09.2005 18:29

16.09.2005 18:36

Das Luma-Lager befand sich in einer sehr großen Turnhalle, in der wir (Sabine, Christel, Gisela S. und ich) uns so richtig breit machen konnten. Sabine hielt aus Solidarität mit der Truppe diese Nacht hier aus, zog dann aber für die kommende Nacht doch das heimische Bett vor. Nach ausgiebiger Dusche und Herstellung des Mattenlagers machten wir uns auf den kurzen Weg zur Zitadelle Spandau, um uns wie alle anderen WRT-Teilnehmer anzumelden und einen ersten fröhlichen Abend mit Wiedersehen vieler alter bekannter Ruderinnen und Ruderer zu begehen. Erste neue Freundschaften wurden auch schon geschlossen, so z.B. mit unserem Matten-Nachbarn Holger aus Worms. Gegen Mitternacht zog es mich dann doch ins Bett, mussten wir doch am kommenden Morgen mit den Hühnern aufstehen. Entgegen allen Erwartungen war es überraschend ruhig in der Turnhalle, kein außerordentlicher Schnarcher war zugegen. Egal, wir halten es auch mal ohne aus.



17.09. Samstag : WRT Tagesfahrt nach Spandau

Aufstehen um Halbsieben, Frühstück um Halbacht, Abfahrt der Busse um Halbneun, Abfahrt der Boote... so schnell wie möglich! So in etwa der Zeitplan, da kaue ich die Brötchen noch im Halbschlaf. Viele Helfer hatten uns in diesen frühen Stunden ein Superfrühstück bereitet und waren dafür schon seit drei Uhr in der Früh auf den Beinen. Dieser tolle Eindruck der Organisation von über 300 (!) Helfern sollte sich in dieser Form an allen Tagen und Orten uneingeschränkt fortsetzen.


17.09.2005 06:39

17.09.2005 06:39

17.09.2005 07:21

Eigentlich ist es immer wieder das gleiche, aber auch immer wieder toll, wenn etwa 700 Ruderer binnen kürzester Zeit aus großen Bussen quellen und beim Anmarsch auf die Boote manchen Kleinstadtbewohner am frühen Morgen in Zustände zwischen Erstaunen und Angst versetzen. Werder begrüßte uns mit herrlichem Sonnenschein und nur noch leichtem Wind.


17.09.2005 07:22

17.09.2005 08:23

17.09.2005 08:24

17.09.2005 08:25

17.09.2005 08:31

17.09.2005 09:10

Dem Gedränge in den Bussen folgte das Gedränge an den Dixi-Klos und nach der Obleute-Besprechung das Gedränge an den Stegen. Wohl dem, der alle Ruderer seiner zugelosten Mannschaft vorfand, manch ein Boot musste per Improvisationskunst der Organisatoren komplettiert werden. Was mich betraf, hatte ich an diesem Tag ein gutes Los erwischt. Ein Pirsch-Boot baugleich mit der "Oberhavel" - also ein schneller Holz-C-Vierer - und ein Klasse-Team zwischen 39 und 72 Jahren jung sorgten für eine flotte und fröhliche Fahrt.


17.09.2005 09:19

17.09.2005 09:25

17.09.2005 09:27

17.09.2005 09:42

Den Seekrug mieden wir, der zog viele Boote an wie Motten das Licht. Schlagmann Maik Regenbrecht vom RV Vorwärts wusste da einen besseren Geheimtipp, einen kleinen Ruderverein ein Stück weiter auf Steuerbord, dessen Namen ich leider wieder vergessen habe. Und richtig, an diesem Steg lag noch kein Boot, die kleine Wiese im Sonnenschein war für ein Pause im Sonnenschein bei Käse, Knabbereien und Rotwein genau richtig. Unserem Beispiel folgten sogleich drei weitere Vierer, dann war der Steg auch vorläufig belegt.


17.09.2005 11:07

17.09.2005 11:42

17.09.2005 11:43

Obmann Manfred Nerenz vom Ruderklub Brandenburgia erwies sich als kundiger Fremdenführer in Potsdamer Gewässern, wusste er doch vieles über die Bauwerke entlang der Ufer zu berichten. Darüber freuten sich auch meine übrigen Mitstreiter, Erwin Zamow (RG Lauenburg) und Helma Opper (Ruderklub am Wannsee).


17.09.2005 11:19

Über den Griebnitzsee und die schon bei der Wanderfahrt zuvor mehrfach befahrenen kleinen Seen erreichten wir kurz vor der Brücke zum Großen Wannsee als eines der ersten Boote das Schülerbootshaus am Kleinen Wannsee und somit die offizielle Pausenstation der WRT-Organisatoren. Gut erholt und ein paar Bierchen und Grillwürste später, als der Bootsplatz so richtig voll belegt war, entschieden wir uns zur Weiterfahrt. Klar, dass das Hervorholen unseres Vierers so eine Sache war, aber dank der vielen Helfer, die sich mit blauen WRT-Hemden leicht zu erkennen gaben und vermutlich jetzt schon lange Arme vom Bootetragen hatten, haben wir das Kunststück dann doch rasch gemeistert.


17.09.2005 13:13

17.09.2005 14:05

17.09.2005 14:08

17.09.2005 14:24

17.09.2005 14:24

Auf dem Großen Wannsee wurde es wie dort üblich ein wenig kabbelig, aber nicht wirklich bedenklich. Die Sonne strahlte uns an und wir zurück. Am berühmten Strandbad Wannsee vorbei fuhren wir um Schwanenwerder herum, steuerten am anderen Ufer Breitehorn an und fuhren die Unterhavel aufwärts unserem Ziel entgegen. Genau gegenüber vom Grunewaldturm - auch als Kaiser-Wilhelm-Turm bekannt - liegt der Verein Pro Sport 24, der ehemalige Post SV im Westen Berlins.


17.09.2005 16:47

17.09.2005 16:48

17.09.2005 16:49

Auch hier waren wir noch unter den ersten zehn Booten und hatten somit ausgiebig Zeit, das üppige Kuchenbuffet (alles selbstgebacken!) einer gründlichen Inspektion zu unterziehen. Etwa die Hälfte der Boote hatte jedoch den Ruderverein Collegia ein kleines Stück weiter zum Ziel, so dass sich nicht alle Ruderer hier an Land trafen. Nach hinreichend viel Kuchen ließen wir uns vom Shuttle-Busdienst in die Nähe der Quartiere fahren. Duschen, ein wenig Dösen und schließlich ab zum Abend in die Zitadelle.


17.09.2005 17:24

17.09.2005 17:31

17.09.2005 17:31

17.09.2005 18:06

Die alten Mauern sind mit ein wenig unauffälliger neuer Architektur (viel Glas!) zu ansehnlichen Räumlichkeiten ausgebaut worden. Wir wurden mit allerlei Annehmlichkeiten zum Zeitvertreib empfangen: von einem Orchester am Eingang über viel kulinarische Genüsse in den "Italienischen Höfen" bis zu festlich geschmückten Tischen in den großen Sälen daneben.


17.09.2005 20:23

17.09.2005 20:27

17.09.2005 20:28

Eine Gruppe afrikanischer Künstler improvisierte ein mit Gesang, Tanz und Trommeln inszeniertes Stück rund um einen Einer, der als Gefährt auf dem Wasser mit dem Fluss ebenso eine Einheit eingeht wie wir, wenn wir über einen Weg gehen. Ob wir uns nun an die Gesänge erinnern und bei der nächsten Tour anstimmen werden? In unserem Kulturkreis würden wir dann doch ein wenig schräg angesehen werden.


17.09.2005 21:19

17.09.2005 21:21

17.09.2005 22:59

17.09.2005 23:00

17.09.2005 23:02

Im Saal wurde danach zum Tanz gebeten, draußen im Zelt legte ein DJ härtere Party-Rhythmen auf und wusste sein deutlich jüngeres Publikum zu begeistern. Bleibt noch zu erwähnen, dass diese Fraktion weitaus standhafter war als "die Alten" und die Mauern der Zitadelle bis spät in die Nacht bzw. den frühen Morgen erzittern ließ.


17.09.2005 23:36

18.09.2005 00:15

18.09.2005 00:12


18.09. Sonntag : WRT Empfang

Unser Lumalager hatten wir rasch zusammengeräumt und gaben uns erneut einem leckeren Frühstück hin. In der Zitadelle wurde um 10 Uhr ein Empfang für uns gegeben, bei dem einige Prominenz von DRV, LRV, Stadt und Sportbund durchaus kurzweilige Reden hielten und in unserem Namen allen Helfern Dank sagten. Dem kann auch ich mich nur anschließen, denn das 40. WRT in Spandau "bei Berlin" (was zumindest der Bürgermeister nochmals deutlich herausstellte) war eine runde Sache, die keine Wünsche offen ließ.


18.09.2005 09:50

18.09.2005 10:12

18.09.2005 10:20

Für den musikalischen Rahmen sorgte ein Klarinetten-Quartett, bevor es zu den Ehrungen der Fahrtenabzeichen-Jubilare, Äquatorpreisträger und beim Fahrtenabzeichen erfolgreichsten Vereine kam.


18.09.2005 10:06

18.09.2005 10:30

18.09.2005 10:30

18.09.2005 10:58

18.09.2005 11:09

Zusammen mit Vereinsfreund Martin Dittrich, der zuvor gemeinsam mit Peter Mai eine andere Vorfahrt mit einem finnischen Kirchboot von Tangermünde nach Berlin gemacht hatte, trat ich die Heimreise nach Dorsten an.

Die Tegelorter ruderten am Nachmittag ihre Boote wieder zum heimischen Bootshaus, und etwa zwei Drittel aller WRT-Teilnehmer blieben noch für die Stadtdurchfahrt über die Spree entlang der Regierungsgebäude und historischer Bauten am Montag vor Ort. Dieses Vergnügen mussten wir somit leider auslassen und uns den Tag leider wieder mit Arbeit verderben.

Was bleibt, sind wunderbare Eindrücke einer schönen Ruderwoche, die wir Sabine, allen Teilnehmern der Vorfahrt sowie allen über 1000 Helfern und Teilnehmern des WRT verdanken. Im nächsten Jahr findet das WRT 2006 in Porz nahe Köln am Rhein statt. Ausrichter ist dann der Club für Wassersport Porz e.V. 1926, der Heimatverein von Gisela und Herbert Gruhn.


18.09.2005 10:29

Wir Dorstener haben uns schon jetzt vorgenommen, dort erstmals mit einer größeren Delegation als den bisher üblichen beiden anzutreten. Wir sehen uns!

Hartmut Thordsen