Ruderverein Dorsten

Willkommen
Aktuell gestern
Termine 14.02.26
Km-Liste 18.01.26
Presse 19.07.24


Über's Rudern... →
Rudersport →
Fußball → 07.03.20
Frauenturnen
Der Verein →
Internes → 07.02.19
Junioren →


Berichte:
Regatten
Wanderrudern
Sportliches
Sonstiges


Links
Email
Impressum
Druckansicht

Wanderfahrt von Düsseldorf nach Dorsten

27. - 28. Juni 2026 - Bericht von Insa & Uta
Vorwort von Uta - Hitzedom, Heldenmut und Heidesand ... - Einen Tag später... - Gesamtansicht

← vorherige Seite - nächste Seite →

Hitzedom, Heldenmut und Heidesand ...

Es gibt diese trügerische Zeit im Winter, in der man im warmen Ergoraum sitzt, fleißig an Griff, Beinschub und Auslage feilt und überzeugt ist, damit bestens auf sommerliche Wanderfahrten vorbereitet zu sein. Kilometer sammeln, Technik verbessern – alles wunderbar. Doch der Ergometer verschweigt Wesentliches: Er kennt weder Sonnenstich noch glühende Bootsstege, weder flimmernde Luft über dem Wasser noch die Erkenntnis, dass sechzig Kilometer plötzlich eine erstaunlich konkrete Entfernung darstellen können. Grau ist alle Theorie, wenn einem dräut, dass ausgerechnet am heißesten Wochenende des Jahres unter einem Hitzedom und einer Sonne, die den Eindruck erweckt persönliche Rechnungen begleichen wollte, sechzig Rheinkilometer gerudert werden sollen. So mischte sich zur anfängerlichen Vorfreude eine gesunde Portion Manschetten.


Sammeln der Mannschaften...

...im Bootshof

Spätestens jetzt lohnt es sich, Menschen wie Uta und Christoph zu kennen. Sie kennen wiederum die Strecke zwischen Düsseldorf und Dorsten so gut, dass der Rhein vermutlich gelegentlich bei ihnen nachfragt, wie es weitergeht. Vor allem aber besitzen sie jene wohltuende Ruhe, die Organisatoren auszeichnet, die schon alles erlebt haben – und deshalb auch von vierzig Grad im Schatten nicht aus dem Takt zu bringen sind. Umsichtig, aufmerksam und mit bemerkenswerter Gelassenheit führten sie unsere Rudergesellschaft – spoiler alert!! - wohlbehalten ans Ziel flussabwärts.

/report/260627_wf_duesseldorf/bild_03.jpg
Los geht's

So setzte sich unsere kleine Flotte samstagmorgens an unserem Steg in Bewegung. Bereichert wurde sie durch vier Schweizer RuderkameradInnen, die eigens angereist waren. Vom Murtensee und vom Sursee zog es sie in den großen nördlichen Kanton, um ihren guten Bekannten Vatter Rhein einmal in einer ganz anderen Facette kennenzulernen.

Der Rhein zeigte sich unterwegs von seiner vielseitigsten Seite: vorbei an der Düsseldorfer Altstadt, an Skyline und Kaiserswerth, später über den Zwischenstopp in Krefeld-Uerdingen hinein in feinste Industrieromantik. Gerade dieser Fluss erzählt auf jedem Kilometer Geschichten – von Menschen, Arbeit, Wandel und Begegnungen. Wer langsam genug unterwegs ist – und ein Ruderboot hat genau die rechte Reisegeschwindigkeit – kann sie beinahe hören. Oder sie mit den Erfahrungsschätzen der RuderkameradInnen zusammentragen.


Unterwegs auf dem Rhein

Pause am Strand

O-Ton Tina: „DüDo 2026 hat mir die Erkenntnis gebracht, dass Weiterrudern bei Hitze angenehmer ist als eine Pause zu machen.“

Zur Mittagszeit öffneten die RuderkollegInnen in Duisburg-Homberg nicht nur ihre Türen, sondern auch ihren Getränkekühlschrank. Das sich aus vielen Pöttchen speisende Picknick schmeckte im schattigen Obdach des Ergoraums wie ein Festmahl.


Schatten in Homberg

Pause im Ergo-Raum in Homberg

Das erste Tagesziel war schließlich der Kanuverein in Voerde. Der Schatten rund um das Vereinsheim der Kanugesellschaft Dinslaken wirkte wie eine Fata Morgana und dürfte selten sehnsüchtiger erwartet worden sein. Vor allem aus der Perspektive der sonnengegerbten Rudersleute beim Hochschleppen der Boote auf den Deich und anschließendem Abriggern unter sengender Sonne. Der Wasserschlauch wurde augenblicklich zum beliebtesten Vereinsmitglied des Tages!


Tagesziel erreicht

Boote verladen in Voerde

Wasserschlauch – my best friend!

Es sind solche Tage, an denen Menschen auf merkwürdige Weise zusammenwachsen. Nicht trotz der Anstrengung, sondern ihretwegen. Verschwitzte Gesichter können erstaunlich glücklich aussehen. Überhaupt war die Hitze der heimliche Mannschaftskapitän dieser Fahrt brachte allerlei Kuriositäten hervor: Literweise wurde getrunken. Pinkelpausen gab es trotzdem keine.

/report/260627_wf_duesseldorf/bild_11.jpg
Don’t worry – be happy! Am Ende des ersten Rudertags

O-Ton Fahrtenleiter: „Ich hätte nie erwartet, dass so viele von euch lieber weiterrudern wollen in Homberg. Tolle Leistung!“


Bootsübernachtungsplatz an der Straße

Genächtigt haben wir müden Recken in Voerde, ein liebevoll organisierter Shuttle brachte zunächst die Hungrigen zu Tisch und später die angenehm Gesättigten zurück zu ihren Schlafstätten. Vortrefflich gespiesen wurde in einem Restaurant am Rheinufer namens „Zur Arche“ – so treffend! Mit untergehender Sonne wirkte der mächtige Strom fast wie der Sambesi, der sich träge dahinwälzt und in der Abenddämmerung eine Herde Pferde zur Abkühlung lockt, während Vogelschwärme gemächlich ihre Kreise ziehen – ruderseliges Sekundenglück, als hätte jemand für ein paar Stunden die Welt entschleunigt und uns weit fortgetragen.

← vorherige Seite - nächste Seite →