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Ruderverein Dorsten e.V.


Eine Saison nahe am Optimum – U23 EM-Gold für Hendrik Winkel! - 09.09.2019

Als Hendrik Winkel am Sonntagmittag bei den U23 Europameisterschaften im griechischen Ioannina knapp vor den Booten aus Italien und Tschechien als Erster die Ziellinie überquerte, vernahm manch irritierter Passant am Bootshaus in Dorsten die Jubelschreie einer kleinen Gruppe Ruderer, die sich nach dem Training schnell um das Smartphone von Trainer Sebastian Schmelzer versammelt hatte. Eine Woche nach dem großem WM Finale von Christopher Reinhardt stand nun ein Ruderer aus ihrer Mitte erneut ganz oben auf dem Treppchen – denn anders als Christopher Reinhardt, der heute mit dem Team Deutschlandachter meistens am Bundesleistungszentrum in Dortmund trainiert, ist Hendrik Winkel als Leichtgewichtsruderer mit seinen langjährigen Vereinskameraden größtenteils auf dem heimischen Wesel-Datteln-Kanal unterwegs.

Im Alter von 10 Jahren kam der heute 19-jährige Altendorfer über den Ferienspaß in den Sommerferien in die Trainingsgruppe von Sebastian Schmelzer, der ihn seitdem durch alle Altersklassen als Trainer begleitet und dessen Bescheidenheit und Bodenständigkeit als seine größten Stärken bezeichnet. „In den ersten Jugendjahren war es Hendrik stets wichtiger, auf Meisterschaften mit seinen Freunden im Mannschaftsboot zu rudern – auch wenn das nicht immer den bestmöglichen Erfolg bedeutete.“ erinnert sich sein Trainer. „Diese Freunde sind für ihn enorm wichtig. Bis heute trainiert er mit ein und denselben Jungs zusammen in einer Trainingsgruppe – im langen und stumpfen Wintertraining am liebsten im Doppelvierer“ so Schmelzer weiter.

Vor gut zwei Jahren deutete sich dann an, dass Hendrik auch individuell im Einer stark unterwegs ist. Die Landesmeistertitel im ersten U19 Jahr bestätigten die Annahme seiner Trainer. Im Juni 2018 folgte mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Deutschen U19 Jahrgangsmeisterschaften im Leichtgewichts-Doppelvierer in Köln der erste zählbare Erfolg auf nationaler Ebene.

Mit dem Aufstieg in die U23 Altersklasse im Herbst 2018 schraubten Schmelzer und Winkel die Erwartungshaltung zunächst aber erst einmal zurück. „Das ist ein gewaltiger Schritt, alles ist neu. Plötzlich bist Du wieder der Jüngste in einer neuen Altersklasse – dazu kommt die Orientierungsphase im Studium. Den Optimalfall hatte ich für mich mit einer EM-Nominierung und einer Medaille bei den Deutschen Meisterschaften ausgemalt“ so Trainer Schmelzer. Die ersten Testergebnisse und Wettkampfresultate im Winter 2018/2019 nährten die Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison. Im Frühjahr unterbot Winkel die von der Bundestrainerin geforderte WM-Norm und ruderte bei den Kleinbootmeisterschaften als jüngster Ruderer ins C-Finale der Leichtgewichte. Mit dem Finaleinzug bei der U23 Einer-Rangliste im Mai unterstrich er seine Ambitionen. „Ab dem Moment habe ich Lunte gewittert und fest daran geglaubt, dass Hendrik der nächste Ruderer im Nationaltrikot wird“ so Schmelzer.


DJM in Brandenburg

Die EM-Qualifikation erreichte Winkel im Doppelvierer mit Würzburg und Rheinfelden bei der internationalen Regatta in Ratzeburg Anfang Juni. Die größte Überraschung folgte Ende Juni bei den Deutschen U23 Jahrgangsmeisterschaften. Nicht ganz unerwartet ruderte der Leichtgewichts-Doppelvierer der Renngemeinschaft Dorsten, Würzburg, Rheinfelden vor dem für die U23 WM vorgesehenen Renngemeinschaft Hamburg/Kiel zu Gold, was Bundestrainerin Bielig zunächst dazu bewog, beide Boote aufzulösen, neu zu besetzten und Hendrik sogar für die U23-Weltmeisterschaften in Sarasota/USA zu nominieren.


Weltcup in Rotterdam

Doch Trainer Sebastian Schmelzer war von diesem Schritt nicht überzeugt und intervenierte unmittelbar nach dem Goldlauf seines Athleten. „Das war im Vorfeld zwischen Hendrik und mir abgesprochen. Wir wollten das Boot zusammenhalten und mit Blick auf die nächsten Jahre gemeinsam in dieser Kombination erste internationale Erfahrungen sammeln“, so der Trainer. Es blieb dabei: Hamburg/Kiel fuhr die WM in den USA, Dorsten/Würzburg/Rheinfelden die EM in Griechenland. Als Bonbon für diese Entscheidung forderten Schmelzer und die beteiligten Kollegen einen Start beim Weltcup in Rotterdam für die frisch gebackenen Deutschen U23 Meister. Diesem Vorschlag folgte der Deutsche Ruderverband bereitwillig und Winkel und Co zahlten dieses Vertrauen mit einem starken vierten Platz zurück. „Da war ich schon ganz schön stolz. Plötzlich war Hendrik mit seinem Boot Teil im ganz großen Ruderzirkus“, so sein Trainer.


Im Ziel von Ioannina

Die Goldmedaille bei der EM in Ioannina bildete den Höhepunkt einer bemerkenswerten Saison und ist für Hendrik Winkel der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere im Rudersport. Gleichzeitig ist es auch ein Ansporn für jedes Rudertalent, dass sich Beharrlichkeit, Ehrgeiz und eine gewisse Bodenständigkeit oftmals auszahlen. Der Doppelvierer der Renngemeinschaft Hamburg/Kiel wurde bei der WM in den USA übrigens Fünfter. Manchmal ist eben auch ein Schritt zurück oft ein Schritt zum Ziel.

Die nächsten beiden Wochen wird Winkel im Training kürzertreten. Anfang Oktober steigt er wieder ein und vertritt den RV Dorsten bei den NRW Landesmeisterschaften in Krefeld. Danach beginnt die Vorbereitung auf das kommende Jahr – zuhause am Wesel-Datteln-Kanal, mit seinen Kumpels und mit Trainer Schmelzer.

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Die Strategen – Co-Trainer Mark Osborne und Trainer Sebastian Schmelzer


EILMELDUNG - Hendrik Winkel ist U23 Europameister! - 08.09.2019

Gold für Hendrik Winkel bei der U23 EM in Ioannina (Griechenland) vor Italien und Tschechien

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U23 EM-Gold für Hendrik Winkel (links)