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Ruderverein Dorsten e.V.


Die Richtung stimmt - Deutsche Kleinbootmeisterschaften und Frühtest der Junioren - 28.04.2017

Am vergangenen Wochenende fanden auf dem Elfrather See in Krefeld die Deutschen Kleinbootmeisterschaften (DKBM) und der Frühtest der Junioren statt. Knapp 600 Ruderer aus dem gesamten Bundesgebiet hatten gemeldet, um sich über die 2.000 m Strecke unter den Augen der Bundestrainer zu beweisen.

Ihre starke Form unterstrich Charlotte Reinhardt im Frauen-Einer. Nach dem mäßigen Abschneiden der Frauen-Riemennationalmannschaft in den letzten Jahren wechselte die 23-jährige Medizinstudentin die Disziplin und verschaffte sich mit einem starken Ergotest und dem zweiten Platz bei der Langstrecke in Leipzig einen starken Einstand im Skullbereich. Bereits in den Vorläufen am Freitag und dem Viertelfinale am Samstag zeigte sich, dass Charlotte auch im Einer äußerst konkurrenzfähig ist. Im Halbfinale reichte es dann "nur" zum vierten Platz hinter der starken Daniela Schulze (Potsdam), Julia Leiding (Rostock) und Olympiasiegerin Anne-Kathrin Thiele (Leipzig). Das B-Finale dominierte Charlotte dann mit einer enormen Willensleistung. Lange lag sie gegen Carlotta Nwajide (Hannover) auf Platz zwei, doch beherzte letzte 500 m sicherten ihr den Sieg und damit dem siebten Gesamtrang. Eine Leistung, die dem neuen Bundestrainer der Frauen-Skullnationalmannschaft, Marcin Witkowski, zu gefallen scheint. Er lud Charlotte tags drauf zum zentralen Lehrgang der Frauen-Skullnationalmannschaft nach Berlin ein.

"Ich war anfangs echt skeptisch, ob der Wechsel zu dem Skullerinnen der richtige Schritt für Charlotte ist. Sie hat am Wochenende vier sehr starke Rennen im Einer gezeigt, was ihr noch fehlt ist die Rennerfahrung über die mittleren 1000 m. Da sind Mädels, die einfach hundert Einerrennen mehr gerudert sind. Aber das kommt, nächstes Jahr kann sie das A-Finale schaffen", kommentiert Heimtrainer Sebastian Schmelzer die Leistung.

Ebenfalls auf sich aufmerksam machte Charlottes jüngerer Bruder. Christopher startet in diesem Jahr mit Laurits Follert (Krefeld) im Zweier ohne Steuermann. Beide hatten bereits bei der Herbstlangstrecke mit dem ersten Platz für Aufmerksamkeit gesorgt und ihre Entwicklung mit zwei starken Tests auf dem Ruderergometer bei der Langstrecke in Leipzig unterstrichen. Bei der DKBM in Krefeld bekamen es Christopher und Laurits gleich mit Anton Braun und Felix Drahotta zu tun. Und statt den "alten Hasen" den Vorlaufssieg zu schenken, hielten die beiden Youngstar (19 bzw. 20 Jahre alt) bestens mit. 1850 m lang führte das Duo aus Dorsten/Krefeld, bis Drahotta/Braun auf den letzten 150 m doch noch den Bugball nach vorne bringen konnten.

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Laurits Follert und Christopher Reinhardt (Foto: DRV/Seyb)

Den Hoffnungslauf am Samstagmorgen gewannen Christopher und Laurits. Im Halbfinale am Nachmittag warteten dann wieder Drahotta/Braun als Favoriten. Richtig gut kam jedoch das schnelle U23 Boot Schröder/Gebauer (Berlin/Potsdam), gefolgt von Planer/Wimberger vom Start weg. Dahinter wieder das Duell aus dem Vorlauf, leider wieder mit dem gleichen Ausgang. Platz 4 bedeutete für Christopher die Qualifikation für das B-Finale. Dieses gewannen Christopher und Laurits am Sonntagmorgen vom Start weg souverän.

"Das war ein starkes Wochenende mit sehr mutigen Auftritten. Christopher trainiert im A-Bereich in Dortmund mit, man muss sehen, wo der Weg in dieser Saison hinführt. Die Bundestrainer aus Dortmund haben ihn im Blick", so Trainer Sebastian Schmelzer.

Die U23 Weltmeisterschaften in Plovdiv peilt Benedikt Müller an. Der 21-jährige Kirchhellener feierte 2016 seine Premiere mit Platz 7 im Zweier ohne bei der U23 WM in Rotterdam. Nach guten Ergebnissen in der U23 Wertung bei der Langstrecke Leipzig und einer neuen Bestzeit auf dem Ruderergometer hatte Benedikt bereits vorgelegt. Mit seinem neuen (alten) Partner, Johannes Rentz (Dortmund), mit dem er bereits auf dem WM im vergangenen Jahr startete, erreichte Benedikt das Finale C. Hier reichte es zum vierten Platz, insgesamt zu Platz 17. "Das Ergebnis ist erstmal ok. Zieht man die Boote ab, die sich um dem A-Bereich bewerben, so ist er noch in den U23 Top 10. Stand jetzt sollte das für die WM reichen", so RVD Coach Schmelzer. Abwarten muss Benedikt aber noch die Ergebnisse der zweiten Kleinbootüberprüfung der U23 Ruderer. "Da muss er dranbleiben. Die DKBM sind immer durch die unterschiedlichen Setzungen mit den A-Ruderern verzerrt, da kann dich ein schweres Viertelfinale mal ordentlich Plätze kosten. Bei der KBÜ der U23 Boote wird dieses Bild wieder geradegerückt", so Schmelzer.

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Johannes Rentz und Benedikt Müller (Foto: DRV/Seyb)

Beim Frühtest der Junioren waren Hendrik Winkel, Lennart Kötters, Aaron Kiersch und Julius Gülker am Start.

Aaron und Julius starteten bei den A-Junioren im Zweier ohne Steuermann. Krankheitsbedingt hatten beide bei der Frühjahrslangstrecke in Oberhausen nicht an den starken Aufritt aus dem Herbst anknüpfen können, so dass das Boot keine günstige Vorlaufssetzung bekam. Immerhin durften beide in der Hälfte der besten 36 Boote starten und damit an der Rangliste der Juniorenbundestrainerin teilnehmen. Im Vor- und Zwischenlauf sammelten Gülker und Kiersch dann zunächst Erfahrung. "Der Speed über die Strecke stimmte, auf den ersten 500 m fehlte der Mut ein wenig. Aber es waren auch die ersten Rennen über 2000 m, die beide gemeinsam fuhren" so RVD Coach Schmelzer.

Im Finale F ging es für Julius und Aaron dann im direkten Duell gegen gleich drei Boote aus NRW. Hier reichte es am Ende zu Platz drei, knapp hinter dem Laufsieger aus Leverkusen und dem Boot aus Herdecke/Dortmund. Mit diesem startet das Dorstener Duo in zwei Wochen auf der Regatta in Gent im Vierer.

Hendrik Winkel und Lennart Kötters starteten im A-Junioren Einer. Da beide nicht bei der Kaderlangstrecke des DRV in Leipzig am Start waren, wurden sie durch die Bundestrainerin nicht unter die ersten 36 Starter gesetzt. Dennoch wurde auch um die Plätze 37-47 eine Rangliste ausgefahren, die über Vor- und Zwischenläufe in zwei Finalläufen ermittelt wurde. Hier setzte sich Hendrik nach drei souveränen Rennen im Einer durch. Lennart bekam für die Rennen jeweils unterschiedliche Aufgaben gesetzt und konnte gute Akzente setzen.

Insgesamt war Trainer Sebastian Schmelzer mit den Leistungen der Junioren zufrieden. "Wir wollten einen Test über drei Rennen im Kleinboot, unabhängig von den Ergebnissen und Setzungen. Nach dem Trainingslager war das wichtig für die nötige Rennhärte über 2000m. Alles gut, Richtung stimmt!"

Die Junioren gehen am 06./07. Mai bei der internationalen Regatta in Gent an den Start. Die Senioren eine Woche später bei der Hügelregatta in Essen.