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Ruderverein Dorsten e.V.


Deutsche Jahrgangs-Meisterschaften U17 / U19 und U23 in Köln - 24.06.2013

Als ein Dorstener Medaillenfestival beschrieb Sportjournalist Detlev Seyb den Auftritt der Dorstener Ruderer bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Köln. Insgesamt 9 Medaillen gingen nach Dorsten, 7 an Mitglieder des Rudervereins. Zudem qualifizierten sich erwartungsgemäß Charlotte Reinhardt, Jason Osborne und Timo Piontek endgültig für die U23 Weltmeisterschaften in Linz/AUT.

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Medaillen-Impressionen

U17

Mit Malte Enbergs, Aaron Jauer und Christopher Reinhardt waren gleich drei B-Junioren am Start. Christopher im Doppelvierer des Nachwuchsstützpunktes Dortmund, Malte und Aaron im Zweier ohne Steuermann. Und dieser sorgte für eine Riesenüberraschung. Erst vor sechs Wochen stieg man aus dem Doppelzweier in den Zweier und tauschte Skulls gegen Riemen. Zielvorgabe war das B-Finale am Sonntag, was in einem 13 Boote Feld durch das Abmelden eines Gegners jedoch schon kampflos erreicht war. Im Vorlauf am Donnerstag sorgten Malte und Aaron dann für die erste Überraschung, Platz zwei im Vorlauf. Knapp hinter Potsdam, die sich direkt für das A-Finale am Sonntag qualifizierten. Grund zur Hoffnung machten die Zwischenzeiten. Nach 1.000 m war man zweitschnellstes Boot beider Vorläufe... eine wichtige Erkenntnis, wie sich später herausstellte.

Im Hoffnungslauf am Freitag musste wieder Platz zwei her, um sich für das A-Finale zu qualifizieren. Nach den Eindrücken der Vorläufe ein schwieriges Unterfangen. Doch irgendwie schien für das Duo an diesem Meisterschaftswochenende keine Hürde zu hoch. Souverän sicherte man sich mit einem wahnsinnigen Endspurt Platz zwei ab und qualifizierte sich sensationell für das A-Finale. Nach einem freien Tag ging es dann Sonntag in dieses. "Eigentlich haben wir keine Chance, also nutzt sie" so Trainer Uli "Ötte Wyrwoll" in der Rennansprache. Die Erkenntnis aus den Vorläufen sollte der Schlüssel dieses Rennens werden. Die ersten 1.000 m fuhren Malte und Aaron los wie die Feuerwehr und hingen wie lästige Fliegen an den favorisierten Mittelbahnen. Ein Zwischenspurt schob das blaue RVD Boot zwischenzeitlich auf den dritten Platz vor, bis sich auf der Außenbahn das Boot aus Aschaffenburg, ca. 100 m vor dem Ziel mit einer Luftkastenlänge vor Dorsten setzte. Platz vier am Ende, trotz eines perfekten Rennens. Am Ende fehlten 0,5 Sekunden. "Wir haben am Ende mehr erreicht, als wir uns überhaupt ausgemalt haben. Trotzdem fühlt es sich blöd an" so Trainer Sebastian Schmelzer nach dem Rennen.

Für Christopher Reinhardt hingegen ging es um eine Medaille. Das war nach den souveränen Auftritten auf den vorangegangenen Regatten zu erwarten. Im Vorlauf am Donnerstag startete der Doppelvierer mit Lukas Föbinger (Witten), Christopher Reinhardt (Dorsten) Dragan Stankovic, Johannes Rentz und Steuermann Felix Heinemann mit einem Sieg. Damit war man Samstag direkt für das Halbfinale qualifiziert und ging als Zeitschnellster den Mitfavoriten aus Potsdam und Magdeburg aus dem Weg. Im Halbfinale startete das Ruhrpott Quintett dann wie der Blitz. Bereits nach 250 m hatte man einen deutlichen Vorsprung erarbeitet, der dann souverän und locker bis ins Ziel gehalten wurde. Im zweiten Halbfinale machten sich Potsdam und Magdeburg gegenseitig das Leben schwer. Beide kämpften verbissen um die Spitze, letztendlich setzte sich dann das Boot aus Magdeburg durch.

Für das Finale am Sonntag hatte sich die Mannschaft um das Trainergespann Kowert/Schmelzer (Dortmund/Dorsten) dann einiges vorgenommen. Eine Medaille lag in der Luft, sogar der Griff nach Gold könnte gelingen. Im Rennen sah es auf den ersten 1.000 m auch genau danach aus, bis das Boot aus Potsdam zum Angriff anschob. Mit einem starken Druckspurt setze sich das Boot aus Brandenburg ab und blieb trotz heftiger Angriffe der Ruhrgebiets-Kombo in Führung. Dennoch ist die Silbermedaille am Ende ein verdienter Lohn für eine tolle Saison. Nie hat man Potsdam im direkten Vergleich geschlagen, dabei aber zwei weitere Boote aus dem Osten der Republik hinter sich gelassen. Der Schlüssel zum Erfolg war für Potsdam wohl eine Bootsumbesetzung. "Krankheitsbedingt" schied nach dem verlorenen Halbfinale ein Ruderer aus und wurde durch einen starken Einerruderer ersetzt. Weitere Kommentare hierzu wird der Verfasser nicht abgeben.

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Der Stützpunkt Dortmund Vierer mit Christopher Reinhardt (2.v.l.)

U19

Achtsam schlug sich Benedikt Müller bei den Meisterschaftsrennen der U19. Der frischgebackene Abiturient ging im zweiten Achter des Team NRW und in einer Renngemeinschaft mit dem Crefelder RC im Vierer ohne Steuermann an den Start. Im Vorlauf musste der Achter zunächst gegen drei weitere Boote ran. In einem taktischen Rennen fuhr man 500 m an der Spitze mit, ließ es dann aber ruhig angehen, um Kräfte für den Hoffnungslauf zu sparen, über diesen sich das NRW Boot für das A-Finale qualifizierte. In einem engen Feld reichte es am Ende zu Platz 5. Leider keine Chance hatte der Vierer ohne Steuermann im Finale. Hier wurde es ein knapper sechster Platz. Für Benedikt der Abschluss einer durchwachsenen Saison. Nach guten Ergebnissen im Herbst und Winter sah alles nach einer Nominierung zur Junioren WM aus, die Aufgabe seines Zweierpartners aus Essen machte diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. "Benedikt hat weiter alle Möglichkeiten" so resümierte Landestrainer Jung die Saison des Kirchhelleners. Er wird voraussichtlich am U23 Stützpunkt in Dortmund weitermachen, wo sein Bruder bereits seit zwei Jahren trainiert.

U23

Da hier die Meldefelder überschaubarer sind, brauchten Charlotte Reinhardt und Lukas Müller nicht in die Vorläufe. Neben den beiden starten auch die Dorstener Cedric Kulbach, Jason Osborne und Timo Piontek in dieser Altersklasse.

Riesenfortschritte hat Charlotte Reinhardt in diesem Jahr gemacht. Nach guten Ergebnissen auf dem Ergo und achtbaren Ergebnissen bei der Langstrecke und den Kleinbootüberprüfungen war ihre Nominierung für die U23 WM in Linz eigentlich nur noch Formsache. Dennoch mussten die U23 Ruderinnen auf dem Fühlinger See unter den Augen von U23 Bundestrainerin Brigitte Bielig antreten, um sich durch einen Meistertitel die endgültige Nominierung zu sichern. Zunächst startet Charlotte zusammen mit Schlagfrau Marisa Staelberg, Johanna te Neues (beide Crefelder RC) und Alexandra Höffgen (Neusser RV) im Vierer ohne Steuerfrau. Bereits im ersten Streckendrittel setzte sich das NRW Boot vom Südvierer ab und hielt den Vorsprung souverän über die Strecke. Erleichterung im Ziel und die erste Goldmedaille.

Drei Stunden später ging es dann in den Achter. Im designierten WM Achter ging Charlotte gegen den zweiten U23, bestehend aus dem WM 2-, dem WM 4- und den Ersatzfrauen an Start. Hier war das Rennen weniger deutlich, sichtlich schwer taten sich die Favoritinnen gegen ihre Herausforderinnen, die einfach nicht locker ließen. Erst bei der 1.000 m Marke setzte sich Charlottes Boot ab und sicherte sich die Goldmedaille. Für Charlotte der zweite Titel und die WM Nominierung im U23 Achter. Nicht nur hierzu kann Charlotte gratuliert werden. Auch das Abitur ist in der Tasche, in der letzten Woche verbesserte sie sogar noch ihren Durschnitt mit einer mündlichen Nachprüfung.

Minimalchancen in Richtung WM rechnete sich noch Lukas Müller aus. Der Junioren Weltmeister von 2011 machte in diesem Jahr ebenfalls Abitur und hatte im Zweier Pech bei den Kleinbootüberprüfungen. Ein Meistertitel im Vierer ohne Steuermann hätte ihm eventuell noch das Ticket nach Linz beschert, dieses verpasste er nach einer Glanzleistung nur ganz knapp. Zusammen mit seinem Zweierpartner Karl Tully (Schweinfurt), Julius Gerstmeyer (Minden) und Max Johanning (Dortmund) bedrängte das Boot um Schlagmann Müller den gesetzten DRV Vierer ohne über die ganze Strecke, auf der Ziellinie fehlte ein Luftkasten zum Sieg. Dennoch ist dieses Ergebnis ein weiterer Beleg für Lukas ansteigende Form, die auch Bootstrainer Werner Nowak nicht entgangen sein dürfte. Im Achter reichte es am Ende zu Platz vier. Ergebnisse, die für die nächste Saison hoffen lassen.

Jason Osborne startet inzwischen für den Mainzer RV. Nach den bisherigen Ergebnissen war er, zusammen mit seinem Zweierpartner Moritz Moos der große Favorit im leichten Doppelzweier. Nur auf den ersten 1.000 m klebte ihm ein anderes RVD Mitglied am Heck. Cedric Kulbach, inzwischen beim Karlsruher RV Wiking, versuchte mit seinem Zweierpartner mitzuhalten, wurde dann aber zur Streckenhälfte immer deutlicher distanziert. Für Jason und Moritz das verdiente Ticket zur WM nach Österreich und die Goldmedaille, für Cedric eine mehr als verdiente Silbermedaille. Eine weitere Medaille holte Cedric später noch im leichten Doppelvierer. Hier gab es Bronze.

Zwei weitere Medaillen holte Timo Piontek (Koblenzer RV Rhenania). Im Doppelzweier lief es nicht ganz nach Plan, hier reichte es mit seinem Partner Stefan Riemekasten "nur" zu Platz zwei. Gold gab es später noch im Doppelvierer. Damit hat auch Timo nach überzeugenden Saisonleistungen das WM Ticket gelöst, offen bleibt aber noch die Bootsklasse. Im Trainingslager werden Ausscheidungsrennen gegen den Deutschen Meister im Doppelzweier gefahren. Bei einem Sieg startet Timo im Doppelzweier, ansonsten hat er im Doppelvierer seinen Platz sicher.

Um sich auf die anstehende WM vorzubereiten fahren Timo, Charlotte und Jason Anfang nächster Woche ins Trainingslager nach Ratzeburg. Die WM findet vom 24. - 28. Juli in Linz statt. Für alle anderen Ruderer steht nun noch der Ruhrsprint in Witten an, bevor es in die verdiente Sommerpause geht.

Sebastian Schmelzer - Ergebnisse: www.koelner-regatta-verband.de